MUSEUM im Jagdschloss

MUSEUM im Jagdschloss

Öffnungszeiten

Freitag: 13-17 Uhr
Samstag, Sonntag & Feiertage: 10-17 Uhr

Aktuelles auf Instagram: @bioversum_kranichstein

Jagdgeschichte erleben

Das MUSEUM Jagdschloss Kranichstein erzählt von der langen Tradition der Jagd in Darmstadt. Im 16. Jahrhundert als Hofgut erbaut, wurde das Schloss im 18. Jahrhundert zur Jagdresidenz der Darmstädter Landgrafen. Besonders die Parforcejagd und die eingestellte Jagd prägten die Nutzung des Hauses. Heute geben die Räume sowie eine umfangreiche Sammlung historischer Jagdwaffen und Trophäen einen Einblick in diese Zeit.

Sonderausstellungen im Untergeschoss erweitern den Blick um aktuelle Themen rund um Natur und Kultur. Dabei bleibt es nicht beim Ausstellen: In Führungen – auch in historischem Kostüm –, interaktiven Workshops und Exkursionen über das Schlossgelände wird Geschichte lebendig und greifbar. So wird Jagdgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven lebendig,  von historischen Objekten und Räumen bis zu aktuellen Fragen rund um Natur und Kultur.

 

Vom Jagdschloss zum Museum

Über vier Jahrhunderte war das Jagdschloss Kranichstein ein bedeutender Ort der hessen-darmstädtischen Landgrafen und Großherzöge. Als Teil der Darmstädter Museumslandschaft zeigt das MUSEUM Jagdschloss Kranichstein Bestände aus dem fürstlichen Erbe. Ab 1917 ließ Großherzog Ernst Ludwig die jagdhistorische Sammlung zusammentragen und richtete das „Museum der darmstädtischen Jagdkultur“ ein.

Schon früh umfasste die landgräfliche Sammlung Trophäen, Mobiliar, Bilder sowie eine bedeutende Kollektion von Waffen und Jagdgeräten. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Stiftung Hessischer Jägerhof das Schloss und eröffnete 1952 das Museum neu. Ab 2027 steht eine umfassende bauliche und inhaltliche Erneuerung an. Geplant sind eine neue Dauerausstellung, ein Raum für Sonderausstellungen und ein neues Depot für die Sammlung.

 

Fürstliche Jagdschätze

Das MUSEUM Jagdschloss Kranichstein bewahrt eine bedeutende Sammlung zur höfischen Jagdkultur. Eindrucksvolle Hirschtrophäen, fein gearbeitete Jagdwaffen, darunter kunstvoll verzierte Rad- und Steinschlossgewehre, Damastläufe, reich dekorierte Hirschfänger sowie kostbare Armbrüste, zeugen von fürstlicher Jagdleidenschaft und meisterlicher Handwerkskunst.

Einzigartig sind die original erhaltenen Kranichsteiner Jagdlappen, farbige Leinentücher, die bei der Eingestellten Jagd zum Lenken des Wildes eingesetzt wurden und die in Zahl und ihrem Erhaltungszustand einzigartig sind. Ergänzt wird die Sammlung durch kostbare Jagdmedaillen, Weidbestecke, Pulverflaschen und Jagdtaschen. Jedes Stück erzählt von der raffinierten Kultur der höfischen Jagd und ihrer tiefen Verankerung in der Geschichte des Hauses Hessen-Darmstadt.

Bisherige Sonderausstellungen

Wenn der Hirsch Rot sieht – Die Jäger und ihr Grün

11. April 2025 bis 28. März 2026
Warum tragen Jäger grün – und wie gut ist das eigentlich getarnt? Die Sonderausstellung im Jagdschloss Kranichstein beleuchtet, wie Wildtiere Farben sehen – und warum Warum tragen Jäger grün – und wie gut ist das eigentlich getarnt? Die Sonderausstellung im Jagdschloss Kranichstein beleuchtete, wie Wildtiere Farben sehen und warum auffällige Warnfarben für Hirsche oft unauffälliger sind als grüne Umhänge. Zwischen traditioneller Jagdkleidung und moderner Funktionsmode ging es um Tarnung, Signalwirkung und die Rolle der Farbe Grün in der Jagdkultur. Historische Objekte und interaktive Stationen vermittelten außerdem Einblicke in Farbwirkung, Photosynthese und unser Sehen. So verband die Ausstellung Jagdkultur, Naturbeobachtung und wissenschaftliche Erkenntnisse.


Karoline von Hessen Darmstadt, Naturgefühl und Wissenschaft

17. Mai 2024 bis 31. Januar 2025
Anlässlich des 250. Todestages von Karoline von Hessen-Darmstadt (1721–1774) widmete sich die Ausstellung der „Großen Landgräfin“ und ihrem besonderen Verhältnis zu Natur und Wissenschaft. Im Mittelpunkt standen ihre umfangreiche Korrespondenz mit bedeutenden Persönlichkeiten der Aufklärung sowie ihr Naturverständnis und ihre Rolle im wissenschaftlichen und kulturellen Leben ihrer Zeit. Objekte aus verschiedenen Sammlungen und Hörstationen mit Originalzitaten aus ihren Briefen machten Karolines intellektuelle Welt erfahrbar. Zugleich fragte die Ausstellung nach der heutigen Bedeutung von Themen wie Naturwahrnehmung, Naturverständnis und dem Umgang mit Natur.


450 Jahres Jagdschloss Kranichstein

Oktober 2022 bis Dezember 2023
2022 feierte Jagdschloss Kranichstein sein 450-jähriges Bestehen. Georg I., Gründer und erster Regent der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, erwarb 1572 das ehemalige Hofgut, um seinen Hofstaat zu versorgen und es als Ausgangspunkt für Jagden zu nutzen. Das Jubiläum begleitete die Stiftung Hessischer Jägerhof mit einem vielfältigen, interaktiven Programm, einer begehbaren Klanginstallation und einer Ausstellung des Fachbereichs Architektur der Hochschule Darmstadt.


Schon repariert – Oder noch zu retten?

04. April 2020 bis 28. März 2021
Wie gehen Museen mit den Spuren um, die Zeit, Nutzung und frühere Restaurierungen an ihren Objekten hinterlassen haben? Anhand der eigenen Sammlung zeigte die Ausstellung, welche Veränderungen die Objekte im Laufe ihres Daseins durchlebt haben – von historischen Restaurierungen bis zu Alterungsprozessen und Schäden durch falsches Klima oder unsachgemäße Behandlung. An zehn Stationen stellte sie Fragen rund um das Restaurieren, Bewahren und Präsentieren von Kunstwerken und gab Einblicke in den Wandel musealer Vorstellungen und Techniken.


SAUVAGE. Emmanuelle Rapin & Angelika Krinzinger

4. November 2018 bis 24. Februar 2019
Der Ausstellungstitel SAUVAGE (frz. „wild“) bezog sich auf die ungezähmte Natur des Waldes ebenso wie auf die ungebändigte Kraft der Kunst. In Mythologie und Märchen erscheint der Wald als Ort von Ungewissheit und Gefahr, aber auch von Verwandlung und Metamorphose. Emmanuelle Rapin und Angelika Krinzinger griffen diese Motive in ihren Arbeiten auf und verbanden sie mit eigenen Deutungen. Dabei ging es um Schutz und Aggression, Verwandlung und Zeitlichkeit – und um die Frage, welche Bilder und Vorstellungen wir mit dem Wilden verbinden.


UNTERWEGS… mit Sack und Pack – Logistik bei der Jagd

19. August bis 4. November 2012
Eine Polarexkursion ist nichts im Vergleich zum Aufwand, der betrieben werden musste, um eine barocke Lustjagd durchführen zu können. Lappen, schwere Tücher, Kochgeräte, Eine Polarexkursion ist nichts im Vergleich zum Aufwand, der für eine barocke Lustjagd betrieben wurde. Lappen, schwere Tücher, Kochgeräte, Nachtlager, Treiber, Stangen und allerlei Gerät mussten durch unwegsames Gelände bewegt werden. Auch die Versorgung der zahlreichen Jagdhelfer mit Speisen und Getränken gehörte zur aufwendigen Logistik. Die Ausstellung zeigte Mobiles für die Jagd – vom Hirschfänger bis zum wasserspritzenden Spazierstock – und präsentierte dazu überhitzte „Weibsbilder“.