Detailansicht

004/001/334

Ende einer Parforcejagd an der Eschollmühle

Gemälde

Beschreibung

Das Ende einer Parforcejagd an der Eschollmühle in Eberstadt (Darmstadt-Eberstadt): Der über Stunden gehetzte Vierzehnender hat sich im Bachbett der Modau und vor dem großen, unterschlächtigen Mühlrad des Hauptgebäudes zurückgezogen und wird von der Hundemeute gestellt. Auf dem Rasenplatz bei der Mühle warten rechts außen die Pferde, während die Schar der Jäger beim Bachufer zum Ende der Jagd bereit steht. Landgraf Ludwig VIII., seine jüngste Schwester Friederike Charlotte (1698-1777), verwitwete von Hessen-Kassel sowie eine weitere Dame haben indes auf dem winzigen Altan des bescheidenen Nebengebäudes im Hintergrund Platz genommen. Das spektakuläre Jagdgeschehen wird von einer großen Menge an Zuschauern beobachtet und kommentiert, die Eger als Rückenfiguren auf einer Bodenwelle im Vordergrund platziert. Anmerkung: Die Eschollmühle ist die älteste der ehedem elf Eberstädter Mühlen und wurde bereits 1563 begründet. Die bis 1972 betriebene Mühle hat sich in veränderter Form bis heute erhalten und dient nun als Wohnanwesen. Das sehr helle, silbrig überhauchte Kolorit und die detaillierte, aber dennoch vielfach eher skizzenhaft bleibende Ausführung sind charakteristisch für Egers späte Darmstädter Zeit. Heinrich Philipp Bossler reproduzierte die Darstellung in einer quasi gleichgroßen Radierung, was andeutet, dass das Gemälde eigens zu diesem Zweck entstand. Der in der Beischrift der Radierung ausführlich überlieferte Hergang wird hierbei von Eger in ausgesprochen anschaulicher Weise visualisiert; vgl. Vorlage für 004/002/037 -77 und 004/001/288.

Maße

H 285 mm; B 400 mm; originaler Spannrahmen 237 mm x 353 mm; alte, knapp auf Kante beschnittene LWD: 232 mm x 348 mm.

Hersteller

Georg Adam Eger, nicht sign.

Beschriftung

Vorne auf Schild: "GEORG ADAM EGER * 1727 + 1808." Auf dem Spannrahmen Aufkleber, gedruckt: „Aus der Verlassenschaft des Landgrafen Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt." Rs. auf der LWD Aufkleber, hs in Feder (frühes 19. Jh.): „Im Jahr 1767 d. 13den Novbr. wurde ein Hirsch von 14 Enden durch die Hoch-Fuerstl. Hessen Darmstaedtl.e Par-Force Equipage im Griesheimer Eichwaeldgen angejagt, welcher darauf in die Pfungstaedter und Eberstaedter Tanne und nach einigen gemachten Touren am sogenannten Beckerweg über das Feld lief und nahe an der Eschol-Mühle bey Eberstadt in die Bach vor die Hunde sich stellte. von da lief der Hirsch einigemal zurück in die Tanne, retournirte aber jedesmal wieder in die Mühl-Bach, stellte sich aufs neue gegen die Hunde und gieng endlich biß unter die Muehl-Gaenge, alwo derselbe auch hernach, als er sich bey einer Stunde lang hefftig defendiret und die Jagd in die 4 Stunde gedauret hatte, in Gegenwart Ihro Hoch Fuerstl. Durchl.t des regierenden Herrn Landgrafen und Der Durchl.sten Frauen Schwester, verwittibten Fürstin von Hessen Casel, in Gefolge verschiedener Adelg. Personen, bey einem starken Anwachs von Zuschauern unter dem Mühlrad gefangen und von denen Hunden niedergezogen worden. Hierauf wurde nächst der Eschol-Mühle, die hier mit der Jagd vorgestellet ist, bey herannahender Nacht mit der Curée der Beschluss gemacht." / (Obige Erklärung des Bildes findet sich unter dem gleichzeitigen Stich des Bildes / von Bosler, dessen Platte im Archiv verwahrt wird)".

Material

Öl über rotbrauner Grundierung auf Leinwand, doubliert; Profilrahmen vergoldet.