Natur und Geschichte rund um das Jagdschloss entdecken
Rund um das Jagdschloss Kranichstein gibt es viel Natur und historische Spuren zu entdecken. Der Schlosspark und der angrenzende Kranichsteiner Wald laden zum Spazieren, Wandern und Radfahren ein. Alte Bäume, Wiesen, Teiche und Zeugnisse der historischen Jagdlandschaft machen den besonderen Charakter dieses Ortes bis heute erlebbar.
Ein beliebtes Ziel ist der Backhausteich, der bereits im 16. Jahrhundert zur Fischzucht angelegt und später in die Gestaltung des Landschaftsgartens einbezogen wurde. Heute bietet er zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und lädt zum Beobachten und Innehalten ein. Schlosspark und Backhausteich verbinden so Naturerlebnis und Geschichte unmittelbar vor den Toren Darmstadts.
Der Backhausteich
Vom Fischteich zum Landschaftselement

Der Backhausteich gehört seit mehr als 400 Jahren zu Kranichstein. Landgraf Georg I. ließ ihn im 16. Jahrhundert als Wirtschaftsgewässer zur Fischzucht anlegen. Im 19. Jahrhundert wurde der ursprünglich rechteckige Teich in die Gestaltung des Landschaftsgartens einbezogen und erhielt seine heutige Form. Für die großherzogliche Familie wurde er zum beliebten Aufenthaltsort. Prinzessin Alice und ihre Kinder nutzten ihn im Sommer sogar zum Baden.

Heute ist der Backhausteich ein wertvoller Lebensraum und zugleich ein beliebtes Ziel für Spaziergänger*innen. Im Sommer bedecken Seerosen Teile der Wasserfläche, Erdkröten nutzen den Teich als Laichgewässer und Wasservögel wie Enten, Gänse und Reiher finden hier Nahrung und Brutplätze. Von den Wegen rund um den Teich lässt sich die Natur gut beobachten – oder einfach die besondere Atmosphäre am Wasser genießen.
EINE BESONDERE WOHNGEMEINSCHAFT
Muschel sucht Fisch – Fisch sucht Muschel
Im Backhausteich leben handgroße Teichmuscheln und kleine Bitterlinge in enger Gemeinschaft. Die Fische legen ihre Eier in den Muscheln ab, wo der Nachwuchs geschützt heranwächst. Umgekehrt entwickeln sich die Larven der Muscheln eine Zeit lang an Haut und Kiemen der Fische, ohne ihnen dabei ernsthaft zu schaden.
Den Backhausteich als lebendiges Gewässer erhalten

Wie viele kleine Stillgewässer ist auch der Backhausteich durch Nährstoffeinträge und die Ansammlung organischen Materials belastet. Am Teichgrund kann dadurch eine sauerstoffarme Schlammschicht entstehen, die die Wasserqualität und die Lebensbedingungen vieler Organismen beeinträchtigt. Um das Gewässer langfristig als Lebensraum zu erhalten, wurden verschiedene Maßnahmen zur naturverträglichen Sanierung umgesetzt. Ein wichtiger Ansatz ist dabei, die Sauerstoffversorgung zu verbessern und so natürliche Abbauprozesse im Wasser zu unterstützen.
PILOTPROJEKT AM BACKHAUSTEICH
Mehr Sauerstoff für den Teich
Seit 2026 wird am Backhausteich eine neue Form der Gewässerbelüftung erprobt. Über eine rund 70 Meter lange Nano-Bubble-Belüftungsstrecke gelangen besonders feine Luftbläschen ins Wasser. Sie sollen den Sauerstoffgehalt erhöhen und dadurch Mikroorganismen beim Abbau organischen Materials unterstützen. Von besseren Sauerstoffbedingungen können auch Zooplankton, Fische und andere Wasserorganismen profitieren.
Gleichzeitig wird der Wasserstand mithilfe satellitengestützter GNSS-Technik kontinuierlich erfasst. So lassen sich Veränderungen bei Trockenheit oder Hochwasser genauer beobachten. Die Messdaten werden über eine unabhängige Funkverbindung übertragen. Das Pilotprojekt verbindet damit Gewässerbelüftung, Wasserstandsbeobachtung und robuste Datenübertragung und erprobt, wie moderne Technik kleine Gewässer widerstandsfähiger gegenüber Belastungen machen kann.
Der Schlosspark
Von der Fasanerie zum Landschaftsgarten

Hinter dem Jagdschloss, in dem Bereich zwischem dem Rondell und dem Hotelneubau, ließ Landgraf Ernst Ludwig eine „wilde“ Fasanerie für die höfische Jagd anlegen. Eine „zahme“ Fasanerie zur Aufzucht der Vögel befand sich bis 1830 unmittelbar am Schloss. Im 19. Jahrhundert entstand an ihrer Stelle ein Landschaftsgarten für die großherzogliche Sommerresidenz. Geschwungene Wege, alte Bäume und offene Wiesen prägen den Schlosspark bis heute und laden zum Spazieren und Verweilen ein.
Ein historischer Park im Wandel

Ein historischer Landschaftsgarten ist nie abgeschlossen. Bäume wachsen und altern, Sichtbeziehungen verändern sich und neue Anforderungen an Nutzung, Pflege und Naturschutz kommen hinzu. Ein Parkpflegewerk dient deshalb als Grundlage für die langfristige Entwicklung des Schlossparks. Ziel ist es, seinen historischen Charakter zu bewahren und zugleich wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu fördern.
MEHR VIELFALT IM SCHLOSSPARK
Weniger mähen, mehr Lebensraum
Im Projekt BioDivKultur wurde von 2021 bis 2025 untersucht, wie sich biologische Vielfalt auf Grünflächen fördern lässt. Als Ergebnis wurde die Pflege im Schlosspark angepasst: Einige Wiesenbereiche, etwa die feuchteren Flächen im hinteren Teil des Parks, werden heute seltener und zu anderen Zeitpunkten gemäht. So können mehr Pflanzen zur Blüte kommen und Insekten finden Nahrung und Rückzugsräume.
Die stärker genutzten Flächen im vorderen Schlosspark werden dagegen weiterhin regelmäßig gemäht, da hier auch Konzerte und Märkte stattfinden. So entsteht ein Nebeneinander unterschiedlich genutzter und gepflegter Bereiche und die Anforderungen von Veranstaltungsbetrieb und Naturschutz lassen sich miteinander verbinden.
Alte Bäume, neue Herausforderungen

Der alte Baumbestand ist ein wesentliches Gestaltungselement des Schlossparks. Doch immer mehr Bäume erreichen das Ende ihres Lebens oder leiden unter den Folgen des Klimawandels. Trockenheit und Hitze setzen ihnen zu, sodass in immer kürzeren Abständen Bäume absterben und ersetzt werden müssen. Um das Erscheinungsbild des historischen Landschaftsgartens langfristig zu bewahren, müssen deshalb kontinuierlich neue Bäume gepflanzt werden.

Dabei lässt sich der historische Bestand nicht immer originalgetreu ersetzen. Wo die ursprünglich verwendeten Baumarten mit den veränderten klimatischen Bedingungen nicht mehr zurechtkommen, können künftig robustere Arten notwendig werden. Entscheidend ist, dass sie in Wuchs und Erscheinungsbild zum historischen Park passen und zugleich bessere Chancen haben, dort langfristig zu bestehen.
Paten für die nächste Baumgeneration

Damit der historische Charakter des Schlossparks erhalten bleibt, werden junge Bäume nachgepflanzt. Prägende Gestaltungselemente wie Sichtachsen und das Zusammenspiel unterschiedlicher Baum- und Kronenformen sollen dabei bewahrt werden. Mit einer Baumpatenschaft können Sie die Erneuerung des Baumbestands unterstützen. Sie eignet sich auch als besonderes Geschenk, etwa zur Hochzeit oder Taufe.
ab 100 €: Jahreskarte für bioversum und MUSEUM Jagdschloss Kranichstein
ab 600 €: zusätzlich eine Patenurkunde · auf Wunsch namentliche Nennung auf einem Baumschild
Bankverbindung
Empfänger: Stiftung Hessischer Jägerhof
Sparkasse Darmstadt
IBAN: DE75 5085 0150 0008 0080 86
Verwendungszweck: ‚Baumpate‘
Bei Spenden über 20,00 € wird auf Wunsch eine Spendenquittung ausgestellt.
Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu den Baumpatenschaften:
06151 971118–23
faller@jagdschloss-kranichstein.de
Ansprechpartnerin:
Onno Faller, Geschäftsführerin & Kuratorin