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004/001/185

Der weisse Damhirsch

Gemälde

Beschreibung

Porträt eines Damhirsches mit weißer Decke (Fell) nach links, das Haupt fast zum Betrachter zurückgewendet. Das östlich von Groß-Gerau erlegte Tier hat ein abnormes Geweih: Während seine linke Stange in einer breiten Schaufel ausläuft, besteht seine rechte Geweihhälfte lediglich aus mehreren verkrüppelten Ansätzen. Die Beschriftung betont; dass bei dem Tier keinerlei Verletzung am Kurzwildbret (den Genitalien) festgestellt wurde, die normalerweise die Ursache entsprechender, abnormer Geweihe bilden. Anmerkung: Eger führte den Hirsch auffallend sorgsam in feinen, glatten Pinselstrichen aus, die die Decke, den Äser (die Schnauze), die Lichter und das Geweih besonders stofflich erscheinen lassen, während den Baumstämmen und dem Blattwerk im Hintergrund ein sehr lebendig-skizzierter Duktus zu eigen ist. Die silbrig-kühle Farbgebung und das pastellartig aufgehellte Kolorit erscheinen bereits charakteristisch für Egers späte Darmstädter Zeit. Obgleich größere Partien der Decke und des Himmels übermalt bzw. retuschiert wurden, ist die herausragende Qualität der Malerei unverkennbar. - Die zugehörige Trophäe ist in Kranichstein erhalten (Hirschsaal). Vorlage für 004/004/12; vgl. 004/002/42, 004/001/12.

Maße

H 874 mm; B 756 mm; erneuerter Keilrahmen: 892 mm x 770 mm

Hersteller

Georg Adam Eger; sign.

Beschriftung

Sign. rs. r.u. auf der neuen LWD, Pinsel in Schwarz (19. Jh., wohl alter Beschriftung): „Dieser Tannhirsch, mit angezeichtem / rarem Gewächs von Gehörn haben / Ihro Hoch=Fürstle Durchl der Regiede / Herr Landgraf von Hessen Darmstadt / den 16ten Junii 1763 in dem Gerauer / Wald, an dem Müller=Wiesen=Berg / an der Nacht=Weyde geschossen- / wobey das merckwürdigste, das weder / an dem Kurz=Wildpret noch sonsten / einiger Schaden oder Mangel / warzunehmen gewesen, sondern der Hirsch / sehr feist, Starck von Leib und Gesund / gefunden worden."

Material

Öl über hellroter Grundierung auf Leinwand, doubliert, gerahmt; Holz-Stuck-Rahmen, nach innen Rokokostäbe, außen Perlstab mit Blättern, Kehlung mit Blattwellen, an den Ecken und in der Mitte jeder Seite Rocaille-Kartuschen, alles vergoldet.