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004/001/139

Freiherr von Riedesel stürzt über eine Kuh

Gemälde

Beschreibung

Das Pferd eines Jägers stolpert über die bildmittig am Boden kauernde Kuh, worauf der Jäger gerade eben zu Fall kommt. Dies sorgt für Unruhe in der Hundemeute, die bereits von drei reitenden Piqueuren mit Peitschen zurückgetrieben wird. Ein vierter hält im Mittelgrund rechts eine große Kuhherde auf Abstand, deren Hirte weiter hinten starr das Geschehen beobachtet. Die von hohen Bäumen gerahmte Darstellung wird vom Ausblick auf Wiesen und ein breit gelagertes Dorf vor einer Hügelkette hinterfangen. Bei dem Jäger handelt es sich um Volprecht Hermann Riedesel Freiherr zu Eisenbach (1732-1785). Anmerkung: Der Freiherr war 1753 als Hofjunker in Darmstädter Dienste getreten und ein enger Vertrauter Ludwig VIII. geworden. Unter Ludwig IX. bereits 1768 zum Oberjägermeister, schließlich zum Obristen und Geheimen Rat befördert, zählte Riedesel zur Suite der Landgräfin Caroline. Er besaß ein stattliches Anwesen samt "Ökonomie" und einen großen Englischen Garten in Bessungen (zerstört; in der Gegend der Riedeselstrasse in Darmstadt-Bessungen). Die episodische Darstellung ist dabei kaum als Kritik an den oft beträchtlichen Jagdschäden der barocken Parforcejagd zu verstehen. Es handelt sich vielmehr um eine humorvoll durchsetzte Schilderung der kuriosen Begebenheit, die somit dem Charakter diverser Illustrationen Egers im Jagdbuch Ludwig VIII. nahesteht. - Eine Replik ist 1936 dokumentiert (WVZ 30a)

Maße

H 644 mm; B 824 mm; erneuerter Keilrahmen: 650 mm x 830 mm

Hersteller

Georg Adam Eger; nicht sign.

Material

Öl über braunroter Grundierung auf Leinwand, doubliert; Holz-Stuck Rahmen, nach innen Rokoko-Stäbe, außen Perlstab mit Blättern, Kehlung mit Blattwellen, an den Ecken und in der Mitte jeder Seite Rocaille-Kartuschen, alles vergoldet.