Detailansicht

004/001/135

Ein Hirsch von Hunden gestellt

Gemälde

Beschreibung

Vor einem von Baum- und Buschwerk gerahmten Landschaftsausblick ist das Ende einer Parforcejagd wiedergegeben. Zwei am rechten Bildrand verbellende, schwarze Jagdhunde mit monogrammiertem Halsband haben einen ungeraden Zwölfender gestellt, der links bereits halb auf der Erde sitzt. Die Darstellung illustriert eine besondere Praxis der Parforcejagd: Um das Erlegen des gestellten Hirsches zu erleichtern, schnitten Jagdhelfer ihm die Heesen (Sehnen über dem Knie) beider Hinterläufe durch, worauf das Tier nicht mehr fliehen konnte. Anmerkung: Die genau nach der Natur beobachtete Szene fällt durch eine sichere Komposition, die atmosphärische Wiedergabe der Landschaft und ein teils dunkeltoniges, teils bereits silbrig schimmerndes Kolorit auf, wie es vor allem für die Jahre um 1760 charakteristisch ist. Möglicherweise führte Eger das Gemälde daher erst deutlich nach dem datierten Jagdereignis aus.

Maße

H 715 mm; B 875 mm; erneuerter Keilrahmen: 667 mm x 817 mm

Hersteller

Georg Adam Eger

Beschriftung

Rs.: Schwarz über weißem Farbanstrich (19. Jh., nach alter Bez.): „Dieser von Ihro Hochfürstliche Durchlaucht dem Herrn Land-Grafen Ludwig VIII am 6ten August 1756 im Heegwald am Einsiedel angeschoßene Hirsch, ist mit zwei jungen Hunden gehetzt und von ihnen am Georgen gestellt worden, allwo er noch vor dem Abfangen, der Hunde wegen, geheeszt, und so nach der Natur gemalt wurde." Gemalte Inschriften auf den Hundehalsbändern: "LL"; "ZH" (=Landgraf Ludwig VIII. von Hessen/Darmstadt).

Material

Öl über hellroter Grundierung auf Leinwand, doubliert; Wulstrahmen, ölvergoldet; Rs. schabloniert.