Detailansicht

004/007/003

Der Battenberger Hirsch

Aquarelle

Beschreibung

Der vor nur angedeutetem Landschaftshintergrund nach rechts stehende Hirsch hat sein Haupt nach links gewendet, wodurch das prächtige Geweih von 32 Enden effektvoll in Szene gesetzt wird. Anmerkung: Tatsächlich wird Eger eben dieses Geweih, wie in der Beischrift angegeben, nach der Natur gezeichnet haben (vgl. Dreistangenhirsch 04/04/014), während der Tierkörper selbst seinen stereotypen Hirschdarstellungen gleicht und in Anlehnung an diese, oder aber nach einem Präparat entstanden sein dürfte. Der Hirsch und sein Geweih sind dabei sorgsam aus fein gesetzten Pinselstrichen modelliert. Die Landschaft erscheint hingegen skizzenhaft und leicht getupft, wobei die flirrenden blauen Töne des Baumschlags dem Kolorit der Gemälde aus Egers später Darmstädter Zeit entsprechen. Der Battenberger ist der berühmteste Hirsch unter Landgraf Ludwig VIII.. Eger zeichnete das lebendig gefangene Tier mehrfach; vgl. 004/002/204; 004/007/004; 004/007/005. Außerhalb der Darmstädter Residenz wurden auch die Radierungen Bosslers und Ridingers bekannt; vgl. 004/002/144 und 004/002/039. Welche Wertschätzung Ludwig VIII: diesem Hirsch beimaß, wird nicht zuletzt durch eine vom Kabinettsmedailleur Conrad Heinrich Küchler geschlagene Medaille auf den Battenberger Hirsch ersichtlich; vgl. in Kranichstein vorhanden, Inv. Nr. im Moment unklar (Serzisko).

Maße

H 450 mm; B 380 mm; geränderte Darstellung 240 mm x 200 mm

Hersteller

Georg Adam Eger (Murrhardt, Nordwürttemberg 1727 - ebd. 1808)

Beschriftung

Bez. u. der Darstellung, Feder: „Dieser Hirsch ist mit einem Gehörn von 20 Enden im Monath Augl. Anno 1763 / bey Battenberg in Hessen lebendig gefangen, hierauf nach Darmstadt geführt und da / Selbsten in die grose Faisanderie bey Cranichstein gebracht worden. Nachdeme nun derselbe / im folgenden Jahr 22 Enden aufgesetzt, hernach aber Ao 1765 mit einem praechtigen Gehoern / von 32 Enden erschienen, wurde er auf Hoch fürstl. Befehl d. 22 Augl. nach dem Leben gezeichnet."

Material

Geringe Vorzeichnung in Bleistift, Pinsel in Grau; Aquarell, Deckweiß, auf Papier, gerahmt; Profilrahmen, ölversilbert und -vergoldet.