Detailansicht

001/001/018

Plaute/Hirschfänger mit Scheide

Seitenwaffen

Beschreibung

Das um 2 mm Pfeilhöhe geschwungene Blatt mit 9 mm langer Fehlschärfe trägt eine beidseitige breite Mittelkehle. Der auslaufende Rückenschliff ist 174 mm lang. Tief geätzte, vergoldete Ornamente zieren beide Seiten, darunter das gekrönte "L" Monogramm (Wohl Ludwig II. (1777-1848, reg. ab 1830), Großherzog von Hessen und bei Rhein. Monogramme gleichen Stils treten noch an Kranichsteiner Feuerwaffen jüngerer Zeitstellung auf: Weitz, 2003, s. 14, 16, 22, 30, 32. Zudem kennzeichnen sie zahlreiche weitere Zier- und Gebrauchsgegenstände des Kranichsteiner Museumsbestandes). Nahe der Fehlschärfe findet sich terzseitig die in kursiver Schrift gravierte Herstellersignatur "Schimmelbusch & Sohn" und auf der Gegenseite "in Solingen" (Schlesinger, 1978, S. 385 1848 und 1853 genannt). Das Gefäß besteht aus zwei Teilen gegossenen, ziselierten Buntmetalls und den Griffschalen. Auf den Klingenschultern ruht die Stoßplatte mit Stichblatt. Die vertikal S-förmig geschweifte Parierstange, der Sockel und der Rahmen sind aus einem Stück gefertigt. Drei Hohlniete fixieren dunkle Horngriffschalen und werden durch sechs runde Buntmetallzierknöpfe verdeckt. Die Scheide wurde aus schwarz beledertem Holz und dreiteiligem, dekoriertem Buntmetallbeschlag gefertigt. Am Mundblech und am Mittelband sind Ösen mit Trageriemen verlötet. Die Gefäßgestalt spiegelt das Erscheinungsbild bayrischer Hirschfänger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich jedoch um einen langlebigen Typ; noch gegen 1900 wurden derartige Waffen hergestellt. Die Gefäßgestalt spiegelt das Erscheinungsbild bayrischer Hirschfänger in der ersten Hälfte des 19. Jh. (Katalog Deutsches Jagdmuseum, Nr. 2170 (Bayern um 1810), Katalog Herman Historica, 36/1998, Nr. 918 (Bayern, 1825-48)). Es handelt sich jedoch um einen langlebigen Typ; noch gegen 1900 wurden derartige Waffen hergestellt (Katalog Weyersberg, No. 172 zeigt ein Exemplar als "Bayrischer Gala-Hirschfänger"); Klinge: 64,5 cm, gerade Rückenklinge mit Rückenschneide und breiter Hohlkehle, Klingenstärke mit sparsamen Gravuren; Gefäß: Kreuzgefäß aus Messing mit großem Stichblatt (Rautenmuster und bairischer Löwe); Griff: Messing mit Griffschalen aus Horn, 3 Messingnieten, vorspringender Knopf; Scheide: 65,7 cm, Lederscheide, Ort- , Mund und Mittelblech Messing mit erhabenen Gravuren (Jagdszene), Mund- und Mittelblech mit Tragering; Funktion: Jagdausübung.

Maße

L 770/646 mm; B 32 mm; St 10 mm; G 930/678 g

Beschriftung

Monogramm "L" und Krone (Klingenstärke) Herstellersignatur "Schimmelbusch & Sohn" "in Solingen" (geätzt)

Material

Klinge: graviert, geätzt; Gefäß: Messing, Buntmetall, gegossen, ziseliert; Griff: Horn, Buntmetallzierknöpfe