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001/001/030

Jagdschwert/Schweinsschwert

Seitenwaffen

Beschreibung

Der Querschnitt des ohne Fehlschärfe ansetzenden Blattes ist mehrfach verändert. Der zentrale, stabartige Teil von 850 mm Länge zeigt beidseitige Kehlen; er geht in die verbreiterte, im Querschnitt rautenförmige Ortpartie über. Knapp vor deren Beginn liegt der rechteckige Durchbruch für den Parierknebel. Beidseitig sind Marken mit partiell erhaltenem, tauschiertem Buntmetall eingeschlagen (es dürfte sich um die "Schlegel"marke des bis 1497 nachgewiesenen Caspar Diefstetter, München, handeln. Nickel, 1977, S. 291). Das Gefäß besteht aus drei eisernen Teilen und der hölzernen, lederbespannten Hilze. Die 188 mm lange, gerade Parierstange zeigt kolbenartig gestauchte, durch umlaufende Riefen abgesetzte Enden. Im Zentrum einer Seite sind womöglich als VIII zu deutende Zeichen erkennbar. Der birnenförmige Knauf (Seitz, 1965, S. 134, Abb. 76, 24 (um 1500); Abb. 76, 27 (mit kolbenartiger Verbreiterung der Parierstange letztes Viertel 15. Jh.); S. 163, Abb. 101 E (Ende 15. Jh)). ist durch acht kräftige Riefen gegliedert. Auf dem Vernietknauf liegt der Angelniet. Jagd/Schweinsschwerter mit verbreitertem Ort und Knebel zeigt eine Jägerdarstellung des Triumphzugs Maximilians I. (Holzschnitte des Hans Burgkmaier, 1515. Aus dem Triumphzug des Kaiser Maximilian I, Bayrische Staatsbibliothek, München. S. a. Blackmore, 1971, Taf. 55.8. Die lange, ungeschärfte Partie des Blattes stellt ein Kennzeichen dieser vom Pferd aus eingesetzten Jagdwaffe dar; sie schützt den Jäger vor Verletzungen der Beine.

Maße

L 1135/988 mm; B 24/23 mm; St 11 mm; G 1692 g

Material

Klinge: tauschiertes Buntmetall, beidseitige Kehlen, Querschnitt mehrfach verändert; Gefäß: Eisen, Holz, lederbespannt