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001/001/029

Jagddegen

Seitenwaffen

Beschreibung

Der Rücken des ohne Fehlschärfe ansetzenden, ungekehlten Blattes ist ungeschärft. Auf der Quartseite findet sich eine unvollständig erhaltene, buntmetalltauschierte Marke, der sogen. "Passauer Wolf" (Varianten mit erhobener Rute treten selten auf. Recht ähnlich erscheinen zwei von Wagner gezeigte Fälle; Nr. 6 der linken Spalte (15. Jh.) und Nr. 4 der rechten Spalte (16. Jh.). Wagner, 1966, S. 99); das Gefäß besteht aus zwei eisernen Teilen, zwei Buntmetallblechen sowie den hölzernen, dunklen Griffschalen. Aus dem zentralen, gekehlten Teil der Parierstange erhebt sich ein Sockel, der die Basis der Griffschalen bildet. Umlaufende, feine Buntmetallbleche leigen zweichen den durch drei volle, eiserne Nieten fixierten Griffschalen und dem Heft. Dessen Schmalseiten zeigen kräftiges, geschnittenes Rankenornament. Der massive, in gleicher Weise wie die Parierstange gekehlte Knauf trägt einen zentralen Niet; das Fehlen eines Rückenschliffs, die Kehlungen der Gefäßteile, der gezipfelte Knauf sowie die Ranken des Heftes sind Merkmale spätgotischer Gestaltungsweise. Die Fassung der Griffschalen durch Buntmetallbleche sowie das Feildekor der Heftschmalseiten stellen unter den untersuchten Waffen die frühesten Belege dar. Die Waffe könnte aus der Hinterlassenschaft Philipps d. Großmütigen (1504-1567) stammen (freundlicher Hinweis W. Weitz).

Maße

L 924/810 mm; B 30 mm; St 7 mm; G 726 g

Material

Klinge: ungekehlt, buntmetalltauschiert; Gefäß: Eisen, Buntmetallblech, Holz