Freilandlabor

Freilandlabor

Seit April 2015 können die Besucher*innen des bioversum neben den Ausstellungsräumen im Innern des Zeughauses eine weitere Attraktion erleben. Im 16.000 m² großen Freilandlabor wird gespielt, geforscht, beobachtet und gebaut.

Bitte beachten Sie: Das Freilandlabor ist im Winterhalbjahr vom 22.10.2017 – 25.03.2018 geschlossen.

 

 

Erweiterung der Ausstellung nach draußen

Wie auch in der Ausstellung geht das Konzept des Freilandlabors auf die Bedürfnisse von Familien und die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen ein. Im Mittelpunkt stehen sowohl für die Einzelbesucher als auch für die Schulklassen das selbst-entdeckende Lernen und die Beobachtung der Natur.  Rund um das Thema „Facetten der Biologischen Vielfalt“ gibt es insgesamt fünf Themenbereiche.

Das Gelände ist so weitläufig und gut ausgestattet, dass man auch einen ganzen Tag darin verbringen kann. Wer will, kann gerne etwas zu essen und zu trinken mitbringen und an unseren Tischen und Bänken verzehren.

Grüne Klassenzimmer

Im Freilandlabor stehen unsere beiden Gewächshäuser, die wir als Grüne Klassenzimmer nutzen. Mit dem Besucherlabor und den beiden Gewächshäusern können nun auch bis zu drei Schulklassen gleichzeitig an unseren Programmen teilnehmen. In den Räumen werden auch Kindergeburtstage gefeiert, Seminare durchgeführt oder Klassenfeste ausgerichtet.

Das Rondell - Dynamische Vielfalt

Freilandversuch

Im „Rondell“ haben wir eine Sekundärsukzession initiiert, deren Verlauf wir zusammen mit den Besuchern dokumentieren. Ziel ist, die Besucher aktiv an der Untersuchung zu beteiligten, ihnen Methoden an die Hand zu geben, wie man biologische Vielfalt untersuchen kann und ihnen dadurch vor Augen zu führen, dass alle Lebensräume einer Dynamik unterliegen, sich also permanent verändern.

Die vier Quadranten des Rondells sind jeweils gefüllt mit  Erde eines Grundstücks am Maybachweg in Darmstadt, das eine bewegte Geschichte (Eisenbahnstrecke, Schrebergarten, Nutzgarten, Brache) hinter sich hat. Das Konzept sieht vor, auf den Flächen nichts zu pflanzen oder zu säen, sondern zu beobachten, was mit den Flächen passiert.

Jedes Jahr wird einer der vier Quadranten umgegraben, so dass wieder die nackte Erde zum Vorschein kommt. Was passieren wird, welche Pflanzen kommen, und wie es in zehn Jahren aussehen wird, wissen wir selbst auch nicht. Wir werden zusammen mit unseren Besuchern erforschen und erleben, welche Pflanzen und Tiere sich im Rondell ansiedeln werden.

Damit wir die einzelnen Quadranten und auch die einzelnen Jahre miteinander vergleichen können, dokumentieren wir die Veränderungen und führen die Informationen im Info- Mobil zusammen. Dort erzählen wir auch die Geschichte der Erde, auf der unser Experiment stattfindet.

Pflanzen bestimmen und erkennen

Um die Veränderung erkennen und beurteilen zu können, muss man die verschiedenen Pflanzen erkennen. Dabei helfen die Bestimmungskugelbahn, die Checklisten und die nach unterschiedlichen Themen vorsortierten Bestimmungskarten. Ferngläser, Fokussierer und die Möglichkeit, auf Augenhöhe in die Vegetation zu blicken, erleichtern die Beobachtung nicht nur, sondern machen sie auch spannend.

Da die Arten im Rondell praktisch überall in unserem Lebensumfeld wachsen, werden unsere Besucher*innen diese in ihrem Alltag wieder entdecken können. Dies führt zu einer differenzierteren Kenntnis ihres unmittelbaren Lebensumfeldes.

Vertiefungsebenen, in Form von interaktiven Stationen um das Rondell herum, erklären, wie Pflanzen sich verbreiten, was sie mögen, mit welchen Strategien sie ihr Überleben sichern und wie sie selbst ihre Umwelt beeinflussen.

Die Baustelle - Gebaute Vielfalt

Die Vielfalt an Techniken, mit deren Hilfe Tiere Baumaterialien verarbeiten, um sich Behausungen zu bauen, ist verblüffend. An der Baustelle können unsere Besucher*innen mit Werkzeugen, die Tierwerkzeugen (Grabhände des Maulwurfs, Kopfpanzer der Maulwurfsgrille) nachempfunden sind, selbst mit den Naturstoffen Sand und Lehm bauen.

In speziell gefertigten Backsteinformen können die Besucher*innen selbst kleine Backsteine herstellen, diese trocknen lassen und zu eigenen Entwürfen verbauen.

Das Gasthaus - Angepasste Vielfalt

Beobachtungsstationen

Im Themenbereich Gasthaus geht es um das Kennenlernen von Anpassungen, die Tieren die Aufnahme einer bestimmten Nahrung ermöglichen. Gerade Insekten haben eine Fülle von verschiedenen Mundwerkzeugen entwickelt, um jegliche Nahrungsressource verwerten zu können. Da gibt es Schneider, Sauger, Raspler, Schlürfer, Mahler oder Lecker.

Mit unterschiedlichen Speisen locken wir verschiedene Insekten an, die man mit großen Lupen hinter einer sicheren Wand beim Fressen beobachten kann. Das erfordert Muße und Ausdauer – Eigenschaften, die in unserer hektischen Zeit immer seltener werden. Sie sind aber Voraussetzung jeglicher wissenschaftlicher Arbeit. Über die Faszination beim Beobachten packen wir unsere jungen Besucher.

Experimentierstation Flussrampe

Welche Mikrolebensräume es  in einem Fließgewässer gibt, ist ein weiterer Themenschwerpunkt im „Gasthaus“. Mit Baumaterial wie Kies, Steinen, Holz und Sand können kleine und große Besucher*innen ausprobieren, wie sich verschiedene Zonen in einem Fließgewässer ausbilden. Nachdem fleißig gepumpt wurde, kann der Bachlauf endlich geflutet und der Weg des Wassers durch die unterschiedlichen Substrate verfolgt werden.

Der Wildwald - Strukturelle Vielfalt

Das Waldstück zwischen der alten Zeughausmauer und dem Backhausteich  ist seit einem halben Jahrhundert mehr oder weniger sich selbst überlassen. Es weist eine hohe strukturelle Vielfalt auf mit viel stehendem und liegendem Totholz und einem gemischten Baumbestand – ein wilder Wald und ein kleines Paradies für neugierige und entdeckerfreudige Kinder.

Vier Forscherstationen zu den Themen Wohnen, Verpflegung, Kommunikation und Wohlbefinden von Tieren lenken dort den Fokus auf die strukturelle Vielfalt im Wald. Denn nur ein strukturreicher Wald ist auch ein vielfältiger Wald.

An den Forscherstationen finden die Besucher*innen verschiedene Spiele, Suchaufträge oder auch Informationen, mit denen der Wald als Lebensraum für Tiere genauer unter die Lupe genommen werden kann. Im ganzen Wildwald gibt es Tierbauten, Futterverstecke und vieles mehr zu entdecken.

Der Neubürgerstammtisch

Über die „Neubürger“ wird ja stets viel erzählt. Was wäre aber, wenn die Neubürger selbst einmal zu Wort kommen könnten? Wäre ihre Sicht der Dinge identisch mit den vielen Theorien und Geschichten, die über sie geschrieben werden?

Wir lassen die Neophyten einmal zu Wort kommen und zwar in Stammtischmanier. Sie unterhalten sich untereinander über Ihr Schicksal, ihre Strategien und ihre Erfahrungen im neuen Land. Die sprechenden Neophyten wachsen tatsächlich an Ort und Stelle. Die Besucher können sowohl die lebenden Pflanzen kennenlernen, als auch ihre Strategien nachvollziehen.